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Archiv für 2014

Hier finden Sie die Blog-Einträge aus dem Jahr 2014. Viel Spaß beim Lesen!

Eine große Erzählerin von analytischer Kraft

Monika Maron, 2014Sonntag, 07.12. - Bislang habe sie keine so überraschende Eröffnung einer Lesung erlebt, waren die ersten Worte der Schriftstellerin Monika Maron in Finsterwalde. Die Preisträgerin zahlreicher Literatur-Auszeichnungen wie z.B. dem Deutschen Nationalpreis war sichtlich überrascht, dass Hellmuth Karasek ein persönliches Grußwort für diesen Abend geschickt hatte. Darin bezeichnet er Maron als "große Erzählerin von analytischer Kraft". Zusätzlich hatten wir sie mit einer Originalausgabe der Wochenzeitung "Wochenpost" vom 21.06.1974 überrascht. In dieser befand sich die großformatige Reportage "Drachentöter" von Monika Maron, die erstmalig über die Umweltverschmutzung in Bitterfeld berichtete.

Monika Maron hatte ihren in 2013 veröffentlichten Roman "Zwischenspiel" mitgebracht, welcher erst vor kurzem vom Staatstheater Dresden auf die Bühne gebracht worden ist. Er sei zwar nicht als Theaterstück gedacht, aber die Umsetzung sei doch sehr gelungen, sagte Maron. "Alle Versuche, die Geschichte nachzuerzählen, führen in die Irre. Es ist ein interessantes Buch.", so Maron über ihr eigenes Buch. Gespannt hörten daher die etwa 50 Gäste im gut gefüllten Warenspeicher von "Ad. Bauer’s Wwe." ihrem Leseausschnitt zu; manch einer hätte sicherlich gerne noch weiter gelauscht. Zum Nachhören gibt es hier einen Mitschnitt einer Lesung beim Literarischen Colloquium Berlin (LCB). Surreal erscheinen einige der Szenen in dem Buch, bei dem verschiedene Akteuere aus vergangenen Zeiten der Ich-Erzählerin ihre Auftritte haben. Für die notwendige Erdung sorgt dabei immer wieder ein Hund, bestätigte Maron eine Frage zu dessen Rolle aus dem Publikum. Überhaupt würden Tiere in ihrem nächsten Buch eine wichtige Rolle spielen, bei dem es zum jetzigen Stand aber mehr Fragen als Antworten gäbe.

Am Vorabend des ersten Advents wurden die Gespräche dann in kleinen Runden unter den Gästen fortgesetzt. Die 23. Finsterwalder Stadtgespräche werden als ein besonderer literarischer Abend in Erinnerung bleiben. Für einen gelungenen Rahmen sorgte die musikalische Untermalung der erst zehnjährigen Gabriela Dombrowe aus Finsterwalde.

Lesen Sie mehr über die Veranstaltung mit Monika Maron: Lausitzer Rundschau »

Finsterwalder Stadtgespräche mit Monika Maron

Berliner Park im Oktober 1981Sonntag, 23.11. - Bereits in wenigen Tagen findet eine weitere Veranstaltung aus der Reihe der "Finsterwalder Stadtgespräche" statt. Diesmal wird die Schriftstellerin Monika Maron zu Gast im ehemaligen Warenspeicher von "Ad. Bauer's Wwe." sein.

Ihre Texte seien Einladungen zu Ortsterminen, war vor einigen Jahren zu lesen. Betrachtet man das bisherige Werk, liegt das durchaus nahe. Die gewählten Orte sind jedoch meist ungewöhnlich. Da ist zunächst und vor allem Bitterfeld: In ihrem Debüt-Roman „Flugasche“ beschrieb sie 1981 erstmals die in Kauf genommene Umweltzerstörung der „schmutzigsten Stadt Europas“. Da ist aber auch die Siedlung am Berliner Majakowskiring, die als „Pankower Städtchen“ in der Stadt abgeschirmt von der Außenwelt existierte und nur Parteioberen vorbehalten war. Hierhin verlegte sie ihren Roman „Stille Zeile Sechs“.

Der neue Roman von Monika Maron ist nun wieder so ein Ortstermin. Er spielt in einem Berliner Park, dauert nur einen Tag und dreht sich um verschiedene Spiegelungen; optische und gedankliche. Die Hauptakteurin ist auf dem Weg zu einer Beerdigung. Wieder ein Anlass oder Ort, den man lieber meidet. Zufällig gelangt sie dabei in den Park. Dort verschwimmt das Wahrgenommene sehr kunstvoll und schließlich „kippt das Buch als Ganzes in ein angenehmes Flirren“, wie Iris Radisch in der „Zeit“ schrieb. Figuren vergangener Zeiten wandeln durch den Park und verschwinden anschließend genauso wie eine vorübergehende Sehstörung. Was bleibt ist ein literarischer Genuss.

Einige der Bücher Monika Marons sind mit sind Fotografien ihres Sohnes Jonas Maron illustriert. Darunter auch eine Vielzahl von Fotos aus Berlin vom Beginn der 90er Jahre. Dies war Anlass, selbst in Fotoarchiven nach alten Fotografien zu suchen. Wir sind fündig geworden! Das Foto mit dem Denkmal von Alois Senefelder in einem kleinen Park am Senefelder Platz stammt von einem Oktobertag im Jahr 1981. Wenige Plätze für die Lesung sind noch frei. Karten sind im Vorverkauf beim Sängerstadtmarketing e.V. (Markt 1 in 03238 Finsterwalde, Tel. 03531 717830) erhältlich.

Die "Finsterwalder Stadtgespräche" werden unterstützt im Rahmen der Stadtbauförderung im Programm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren (ASZ). Finanziert durch die Bundesrepublik Deutschland, das Land Brandenburg und die Stadt Finsterwalde.

Denkmaltag 2014: Eine besonders bunte Mischung

Sonnabend, 20.09. - Eine bunte Mischung sollte es werden. Themen wie die Entstehung der Farbfotografie, 175 Jahre Fotografie, Malerei, Szenen aus dem farbigen Spielfilm »Münchhausen« (1943) sowie Kaufmannshaus-Geschichte sorgten für einen abwechslungsreichen »Tag des offenen Denkmals« im Hause »Ad. Bauer's Wwe.«. Das passende Motto des diesjährigen Denkmaltages lautete denn auch »Farbe«. Ein sehr dankbares Thema, das uns und anderen Veranstaltern zahlreiche Möglichkeiten für Aktivitäten und Ausstellungen bot. Selbst die Besucher waren diesmal besonders bunt gemischt: Kinder mit ihren Eltern, Foto-Experten, Denkmal-Interessierte und Finsterwalder, die wie in den Vorjahren gerne den frisch gerösteten Kaffee von Barcomi’s Kaffeerösterei mit nach Hause nehmen wollten.

Der Finsterwalder Sammler und Fotograf Jürgen Schlinger stellt den Besuchern sein Daguerrotype und Zusatzgeräte vor
Der Finsterwalder Sammler
und Fotograf Jürgen Schlinger
stellt den Besuchern sein
Daguerrotype und Zusatz-
geräte vor

Gemeinsam mit dem Finsterwalder Sammler und Fotografen Jürgen Schlinger konnte das Foto-Kino-Museum zum Anfassen anläßlich des Denkmaltages erweitert werden. Schlingers Nachbau der ersten Serienkamera der Welt, ein Daguerrotype, ergänzte er inzwischen mit Zusatzgeräten nach historischem Vorbild. Dieses seltene Sammelstück gibt es in Deutschland ansonsten lediglich in Museen in Berlin und München zu bestaunen. Zusätzlich zeigte die Künstlerin Katrin Berndt aus Lichterfeld in der Nähe von Finsterwalde farbenfrohe abstrakte sowie gegenständliche Ölbilder, wie z.B. die Förderbrücke F60, im Rahmen einer Einzelausstellung.

Erfreulicherweise nutzten knapp 110 Besucher den Denkmaltag für einen Besuch im 111 Jahre alten Jugendstilhaus. Darunter Hans Kühne, ein ehemaliger Mitarbeiter aus dem Büro der Finsterwalder Handelsorganisation (HO). Deren Verwaltung befand sich nach der Gründung im Jahre 1950 für etwa 10 Jahre im ehemaligen Ladengeschäft von »Ad. Bauers Wwe.«. Ein bisher eher unbekannter Abschnitt der Geschichte des Hauses, der nun Dank dieses neuen Kontaktes weiter geschrieben werden kann. Am Ende des Denkmaltages ließ sich also auch in diesem Jahr wieder auf einen gelungenen und interessanten Tag zurückblicken. Mit seiner ganz eigenen, bunten Mischung...

Sammlungsstück: Reklamationsbrief

Sammlungsstück No. 12 - ReklamationsbriefPapier 29,7cm x 21cm, 1981

Sonntag, 22.06. - Im Umgang mit einem Kunden bedarf es einer gewissen Sensibilität; insbesondere wenn dieser unzufrieden ist. »Voraussetzungen für [das Entgegennehmen von Reklamationen] sind Menschenkenntnis, Takt und eine große Geduld sowie fachliche Qualifikation«, ist hierzu in der Fach- und Verkaufskunde für Auszubildende im Schuheinzelhandel von 1987 nachzulesen.

Einige Geduld musste wohl auch der Schreiber dieses Sammlungsstückes, eines Reklamationsbriefes, aufbringen. In Zeiten, in denen Telefonanschlüsse eine Seltenheit und an andere Kommunikationswege noch nicht zu denken war, gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder persönliches Erscheinen oder den Postweg. Dabei geht es eigentlich nur um die Klärung der einfachen Frage, ob die orthopädischen Schuhe inzwischen fertig gestellt sind. Empfänger der Reklamation war die PGH Orthopädie (später Ring-Orthopädie GmbH) Finsterwalde. Seit 1960 fertigte die PGH orthopädische Maßschuhe, noch heute zeugen die etwa 1.000 Schuhmacherleisten in unserem Haus davon.

»Es müsste doch genügen, wenn ich mich schriftlich melde.«, schreibt der Kunde. Darauf wurde jedoch nicht reagiert, so dass er sich einen Urlaubstag nahm und sich aus Hörlitz (zur dieser Zeit Gemeinde von Senftenberg) auf den Weg nach Finsterwalde machte. Hier wurde ihm offenbar gesagt, dass ein Brief nicht ausreiche, »ich sollte mich erst einmal zeigen, Sie könnten nicht wissen, ob ich noch lebe«. »Nun, ich lebe noch«, stellt der Kunde in seiner Reklamation fest, und er werde sich in vier Wochen wieder melden. Das Schreiben endet dann aber versöhnlich mit den Worten: »Ansonsten war ich mit den Schuhen immer zufrieden«.

Botschafter in Sachen deutscher Kultur

Wladimir Kaminer, 2014Sonntag, 08.06. - Vorstellung, Begrüßung und Verbeugung fallen knapp und freundlich aus. »Wladimir«, sagt Wladimir Kaminer beim ersten Händeschütteln. Eine Baustelle in Finsterwalde kurz vor dem Ziel hatte zwar die Anreise ein wenig verzögert, aber Dank frühzeitiger Abfahrt in der Ostprignitz keine Auswirkungen auf den weiteren Verlauf. Es ist ja wirklich ein Škoda »Superb«, geht einem durch den Kopf und über die Lippen als er aus seinem Auto gestiegen ist. Denn in seinem aktuellem Buch beschreibt Kaminer zu Beginn die persönlichen Mühen auf dem Weg zum jüngst erworbenen Führerschein sowie den Kauf des ersten Autos mit der Farbe »Metallic-Cappuccino«.

Noch schnell ein Foto mit einer begeisterten Leserin in unserer Küche und gleich darauf beginnen die 22. Finsterwalder Stadtgespräche. Nach der musikalischen Einleitung von Marie Kirschke und Florian Große von der Kreismusikschule, freut sich Kaminer, sagen zu können, er sei nun auch Finsterwalde in gewesen. Seit 15 Jahren ist er auf einer Lesereise durch Bundesländer und Städte, jeweils sein neuestes Buch im Gepäck. Aber auch ins Ausland werde er immer öfter eingeladen, um Werbung für deutsche Kultur zu machen. So nach Brasilien, dem letztjährigen Partnerland der Frankfurter Buchmesse. Dass er sich vor 25 Jahren die deutsche Sprache autodidaktisch mittels Lehrbücher wie z.B. »Deutsches Deutsch zum Selberlernen« erst angeeignet hat, ist dabei längst vergessen. Seinen charmanten Akzent hat er jedoch behalten.

Das im letzten Herbst in Frankfurt vorgestellte Buch »Diesseits von Eden - Neues aus dem Garten« ist Thema dieser Stadtgespräche. Doch läßt Kaminer das Publikum schnell wissen, dass für ihn das »Garten-Buch« eigentlich schon veraltet sei, und er viel lieber Unveröffentlichtes vortragen würde. Mit Leichtigkeit, großer Lesefreude und Begeisterung springt er dann zwischen den Themen hin und her. So spricht er über die Pilz-Bestimmungstipps seiner Mutter: »Wenn Du Dir nicht sicher bist, lecke am Pilz. Schmeckt er süßlich, ist er essbar. Schmeckt er bitter, lass ihn stehen«. Oder über seinen Aufenthalt in Brasilien als er täglich mit Sohn und Tochter in Berlin telefonierte. Trotzdem er immer die Antwort bekam, es sei alles gut, sie würden gerade Hausaufgaben machen, überkamen ihn Zweifel. Immer nur Hausaufgaben? Es werde wohl alles drunter und drüber gehen: Die Katzen trinken Cognac, stoßen die Blumenkübel um und rauchen genüsslich auf dem Balkon dicke Zigarren.

Über das »Bermuda-Dreieck« der Pubertät handelt auch Kaminers nächstes Buch »Coole Eltern leben länger«, welches im kommenden August erscheinen wird. Alle anwesenden Eltern unter den weit über 70 Gästen durften bei ersten Textausschnitten an dieser Stelle bereits genau hinhören und besonders herzhaft lachen. Der sehr gelungene Abend klang im sommerlich warmen Innenhof in netter Runde und den letzten Gästen erst nach Mitternacht aus. Am 29.11. freuen wir uns sehr auf die Schriftstellerin Monika Maron als nächsten Gast der Stadtgespräche.

Lesen Sie mehr über die Veranstaltung mit Wladmir Kaminer: Lausitzer Rundschau »

Spontanvegetation im Garten Eden

Unser "Garten Eden" in FinsterwaldeSonntag, 01.06. - In wenigen Tagen wird der russische Schriftsteller Wladimir Kaminer sein Buch "Diesseits von Eden: Neues aus dem Garten" anläßlich der zweiundzwanzigsten Finsterwalder Stadtgespräche vorstellen. Karten für diese Veranstaltung sind seit Langem ausverkauft. In seinem aktuellen Buch berichtet Kaminer von seinem neuen Garten in Brandenburg, nördlich vor den Toren Berlins gelegen. Den Berliner Schrebergarten haben er und seine Familie dafür aufgegeben. Natürlich sammelte Kaminer nebenbei auch wieder zahlreiche humorvolle Geschichten, diesmal über eigenwillige Dorfbewohner.

Unser Garten Eden lag ebenfalls vor den Toren Berlins jedoch in südlicher Richtung: In Finsterwalde. Im Herzen der Stadt unweit des Ring-Cafés. Etwa Mitte der 80er Jahre erreichte uns ein aufgeregter Brief aus Finsterwalde. Eine gute Freundin unserer Großmutter schrieb besorgt, sie habe Post vom Rat der Stadt Finsterwalde erhalten. Es ginge um unseren Garten, welchen sie - soweit es ihre Gesundheit zuließ - privat bewirtschaftete. Keine Kleinigkeit bei einer Größe von etwa zwei Morgen.

Schließlich kam es wie es kommen musste, die Freundin wurden älter; auch die Pflanzen. Es gesellten sich sogar noch weitere dazu und diese hielten sich an keine Grundstücksgrenzen. Sie nahmen sich ihren Raum; sie vegetierten spontan. Das war dem Rat der Stadt stets ein Dorn im Auge und aufgrund eines nahenden Feiertages im Oktober wurde in dem Brief mit ernsthaften Sanktionen gedroht. Dies verschaffte uns einige zusätzliche Ausflüge nach Finsterwalde sowie durchaus gründliche Säuberungsaktionen rund um das große Grundstück. Am Ende half es jedoch nichts, kurz vor dem Mauerfall wurde der Garten gewissermaßen über Nacht einem anderen Verwendungszweck zugeführt.

An der Stelle unseres Garten Edens befindet sich noch heute ein Parkplatz mit vielen großen Schlaglöchern. Wer genau hinschaut, entdeckt sogar die steinerne Remise, in dem unsere Gartengeräte aufbewahrt wurden. Was bleibt ist die Möglichkeit, dass aufgrund immer wieder verworfener Pläne irgendwann die Natur sich wieder ihren Raum nimmt. Aber dann darf sich der heutige Eigentümer gelegentlich um die Spontanvegetation kümmern.

Sammlungsstück: Volkseimer

Sammlungsstück No. 11 - VolkseimerEmailliertes Blech, Holz, 30,5 x 29cm, um 1936

Freitag, 09.05. - Eimer besitzen bis heute ihre ureigene Daseinsberechtigung. Dabei sind sie das geblieben, was sie immer waren: Aufbewahrungsbehälter und Transportmittel für Flüssigkeiten, Abfälle oder andere, lose Materialien; z.B. Wasser-, Müll-, Kohle-, Sand- oder auch Löscheimer. Eimer besitzen meist eine zylindrische oder schwach konische Form mit flachem, gelegentlich gewölbtem Boden und sind oben offen. Für ihre Herstellung wurden unterschiedliche Materialien verwendet. Während Eimer früher vorzugsweise aus Holz oder Leder hergestellt wurden, bestehen sie heute aus Metall oder Kunststoff. Für den Transport besitzt der Eimer einen beweglichen Henkel, der zur bequemeren Handhabung teilweise mit einem rundlichen Holzgriff versehen ist. Zum Ausschütten oder Ausgießen des Eimerinhaltes wird der Henkel dann seitlich heruntergeklappt.

Das vorhandene Sammlungsstück wurde vom Eisenhüttenwerk Thale AG in Thale (Harz, später VEB Eisen- und Hüttenwerke, heute Thaletec GmbH) hergestellt. Nach seiner Gründung im Jahre 1686 ging das Unternehmen 1778 in den Besitz Friedrichs des Großen über, der zusätzlich zu den Hochöfen und Zainhämmer eine Hütte für Schwarz- und Feinbleche errichten ließ. 1835 entstand mit dem Blechgeschirr-Emaillierwerk ein Betriebsteil, aus dem sich das älteste und größte Emaillierwerk Europas entwickeln sollte (Markenname »Löwen-Email«). Um 1910 sind dort rund 10 Prozent des weltweiten Bedarfs an Emailgeschirr produziert worden.

Der Eimer mit seinem sehr auffälligen, farbenfrohen »Schwan«-Dekor wurde im Katalog von 1936 unter der Nummer 710D als "Volkseimer" geführt und nach dem zweiten Weltkrieg wieder in das Produktionsprogramm aufgenommen. Der Eimer hatte keinen besonderen Verwendungszweck, wurde aber u.a. mit passendem Deckel angeboten. Über die Hüttenwerke und ihre Geschichte kann man im Hüttenmuseum Thale viel Wissenswertes erfahren mehr »

Nichts geht mehr: Eintrittskarten zu Stadtgesprächen

Eintrittskarte 22. Finsterwalder Stadtgespräche mit Wladimir Kaminer

Sonntag, 06.04. - Nichts geht mehr! Die ungebrochene Nachfrage nach freien Plätzen für die 22. Finsterwalder Stadtgespräche mit dem in Berlin lebenden russischen Schriftsteller Wladimir Kaminer freut uns als Veranstalter sehr. Selbst langjährige Stammgäste zeigen sich überrascht. Bis zum heutigen Tag liegen etwas mehr als 100 Anmeldungen vor. Zwei Monate vor der Veranstaltung am 6. Juni ist also schon jetzt leider absehbar, dass es nicht für alle Anfragen einen freier Platz geben wird.

Bereits im Dezember wurde eine Warteliste eingeführt. Demnächst werden wir eine kurze Umfrage unter den bisher Angemeldeten durchführen, um sicher zu gehen, dass die reservierten Plätze auch tatsächlich in Anspruch genommen werden. Auf möglicherweise frei werdende Plätze werden dann Anmeldungen von der Warteliste nachrücken. Wir hoffen natürlich, dass wir auf diese Weise zahlreichen interessierten Besucher noch einen Platz bieten können. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass auch diesmal wieder alle enger zusammenrücken müssen und wir aus sicherheitstechnischen Gründen nicht alle Anfragen berücksichtigen werden können.

Im vierzehnten Jahr der Veranstaltungsreihe wird es erstmals richtige Eintrittskarten geben. Bitte erwerben Sie die Karten vorab beim Sängerstadtmarketing e.V., Markt 1 in 03238 Finsterwalde oder schreiben Sie eine Anfrage per E-Mail, damit der Einlass an dem Abend so einfach wie möglich erfolgen kann. Freuen Sie sich mit uns auf einen - sicherlich wie imer - sehr kurzweiligen Abend an einem schönen Pfingstwochenende!

Sammlungsstück: Orthopädische Schuhleisten

Sammlungsstück No. 10 - Orthopädische SchuhleistenHolz 25,5 x 10 x 8,5 cm, um 1975

Sonntag, 05.01. - Es ist durchaus immer wieder ein überraschender Anblick: Etwa 1.000 Schuhleisten hängen dicht gedrängt, paarweise an einer Schnur angebunden und an einem Nagel befestigt von den Wänden und Decken. Diese Leisten bildeten fast 40 Jahre die Vorlage für die Herstellung orthopädischer Schuhe der PGH Orthopädie (später Ring-Orthopädie GmbH) Finsterwalde. Nach dem Maßnehmen, dem Anfertigen einer sog. Trittspur (Blauabdruck) und eines Gipsabdruckes ist der Leistenbau der nächste Arbeitsschritt.

Schuhleisten werden aus hartem Buchenholz, Kunststoff oder Metall gefertigt und geben dem Schuh seine endgültige Form. Sie werden anhand der individuellen Maße, entsprechend des gewünschten Schuhmodells sowie des orthopädischen Befundes hergestellt. Während der späteren Anfertigung des eigentlichen Schuhs entsteht dieser dann um den Leisten herum. Daher ist es notwendig, den Leisten anschließend so einfach wie möglich aus dem fertigen Schuh wieder entfernen zu können (sog. Ausleisten). Hierfür lassen sich Leisten mit verschiedenen Verschlusstechniken teilen.

Das Sammlungsstück sowie alle weiteren vorhandenen Leisten besitzen einen abnehmbaren Keil, der sich mit Hilfe eines Leistenhakens aus dem fertigen Schuh ziehen läßt. Diese Leisten werden als Keilleisten bezeichnet. Ausgeliefert werden die Leisten als Rohlinge in Standardgrößen, die etwas größer ausfallen. Vorstehendes Material wird dann abgeschliffen, fehlendes Material an den betroffenen Stellen mit Kork aufgebaut und soweit zurückgeschliffen, dass fliessende Übergänge entstehen. Zu den Herstellern von Schuhleisten gehören u.a. die Firmen M. Spenlé in Ellrich (gegründet 1876) und die Fagus-GreCon Greten GmbH & Co. KG in Alfeld a. d. Leine (1911). Das Fagus-Werk wurde von Walter Gropius entworfen und ist seit 2011 Weltkulturerbe mehr »

Lesung mit Kaminer: Anmeldungen im Minutentakt!

Wladimir KaminerDonnerstag, 02.01. - Binnen einer Woche waren alle Sitzplatz-Reservierungen für die nächsten Finsterwalder Stadtgespräche am 6. Juni vergeben: Zeitweise im Minutentakt erreichten uns die Anmeldungen seit Freischaltung der Internetseite. Knapp 75 Reservierungen liegen derzeit vor, wobei sich ein Teil davon bereits auf der Warteliste befindet. Auch diesmal wollen wir natürlich versuchen, möglichst vielen davon eine Teilnahme zu ermöglichen.

Dass es zwar etwas enger aber dennoch ein gelungener Abend werden kann, konnten schon die Teilnehmer der letzten Veranstaltungen mit Marion Brasch und Hellmuth Karasek feststellen. Und es zeigt sich auch, dass die Stadtgespräche längst ihren Platz im kulturellen Stadtleben gefunden haben. Dies hatte der Finsterwalder Bürgermeister, Jörg Gampe, anlässlich zur Verleihung der Louis-Schiller-Medaille erst kürzlich noch einmal betont. Weitere Informationen zum Buch von Wladimir Kaminer sowie ein Video von der letztjährigen Frankfurter Buchmesse finden Sie hier ».

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