Zwölf SammlungsstückeNeu


Hoher Hamburger

Eisen, Glas,
22 x 44 cm, um 1930

Foto: © Sebastian Schiller - Große Kinderaugen werden einst begehrliche Blicke auf diese Glaskugel geworfen haben. Vermutlich wegen ihres Inhaltes, weniger wegen der schönen Form. Doch diese hatte es in sich: Bei Einwurf von 10 (Reichs-) Pfennig und einer Rechtsdrehung wurde eine kleine Handvoll von Haselnüssen aus der seitlichen Klappe im Sockel geworfen. Alles rein mechanisch und sehr stabil.

Vorbilder dieser "stillen Verkäufer" stammten aus den USA, wo in kleinen Tischgeräten Bücher, Zigarren, Zündhölzer oder andere Waren angeboten wurden. In Deutschland orientierten sich die Hersteller von Warenautomaten stark an den amerikanischen Vorlagen. Die Geräte wurden u.a. von den Firmen Gebrüder Paetz (Magdeburg), Treff-Automaten (Berlin) und Heinrich Brunswig (Hamburg) hergestellt. Von Brunswig stammt das vorhandene Sammlungsstück, welches eventuell wegen seiner schlanken Form den Namen "Hoher Hamburger" trug. 1928 hatte die Firma den ersten Nussautomaten in Europa hergestellt.

Zahlreiche münzbetriebene Automaten sind 1889 auf einer Hamburger Gewerbeausstellung vorgestellt worden. Den ersten selbstverkaufenden Schokoladenautomaten baute bereits ein Jahr zuvor die Firma Stollwerck. Neben dem großen Verkaufserfolg waren solche Warenselbstverkäufer jedoch auch umstritten. Insbesondere Kleinhändler fürchteten die aufkommende Konkurrenz. Schließlich wurde in der Gewerbeordnung geregelt, daß Ladenschlusszeiten auch für Automaten galten. Ein Video des Deutschen Automatenmuseums (DAM) in Espelkamp lädt zu einen kurzen Rundgang durch die Automatengeschichte ein.
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17.02.19
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